Umgestaltung der Grundschule West – einzige Chance in die Zukunft

Warum die Freien Wähler – Coswiger Bürgerliste die Umgestaltung der Grundschule West in Coswig als gemeinsame Schule zweier Schulträger :

–  Einzügige kommunale Grundschule +  Evangelische Grund- und Mittelschule -unterstützt!

Entscheidungsgrundlagen / -fakten:

 –     Die Statistik der demografischen Entwicklung zeigt, dass die

Geburtenzahlen in Deutschland wie auch in Coswig abnehmen.

–     Die Coswiger Kinder, die in den nächsten 6 Jahren eingeschult werden,

sind heute schon geboren. Die Zahlen des Coswiger

Einwohnermeldeamtes sind deshalb eine sichere und gute Grundlage für die

Schulplanung der nächsten 6 Jahre.

–     Geburten laut Einwohnermeldeamt:

2006 – 134 Kinder, 2007 – 146 Kinder, 2008 – 150 Kinder, 2009 – 141 Kinder,

2010 – 144 Kinder, 2011 – 155 Kinder = im Mittel 145 Kinder          / Jahr

( 870 Kinder in 6 Jahren = 870/6=145 )

–     In die Entscheidungen zum Schulstandort müssen alle Coswiger Schulen

einbezogen werden.

In Coswig gibt es 3 kommunale Grundschulen:

–     Grundschule Brockwitz – 2-zügig vollsaniert

–     Grundschule Mitte – 3-zügig vollsaniert ( z.Zt. nur 2-zügig genutzt )

–     Grundschule West – 2 zügig unsaniert

Die maximale Klassenstärke ist mit 28 Kindern / Klasse gesetzlich festgelegt.

 

–     Der Bedarf für die kommunalen Schulen ermittelt sich wie folgt:

Geburten im Jahr im Mittel                                                                   145 Kinder

abzügl. Kinder, die sonstige Schulen besuchen ca. 5%                             –   7 Kinder

abzügl. Kinder, die die evangelische Schule besuchen ca. 10-12                 – 10 Kinder

 

Es ergibt sich ein mittlerer Bedarf für kommunale Schulen von                  128 Kindern

Bei 5-Zügen ergibt sich eine mittlere Klassenstärke von                            25 – 26 Kindern

 

Diese Kinder könnten problemlos in der Grundschule Mitte und der Grundschule

Brockwitz eingeschult werden, bei einer möglichen Gesamtkapazität beider Schulen von 140 Schülern/ Schuljahr.

Zu- und Wegzüge nach bzw. von Coswig können vernachlässigt werden, weil sie sich erfahrungsgemäß gegeneinander aufheben und im Bereich der normalen Schülerzahlschwankungen liegen. Spekulationen auf erhebliche Zuzüge liegen außerhalb einer soliden Schulplanung und würden auch gegen bisherige Erfahrungen sprechen.

Entscheidung

–     Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass im Entwurf des zukünftigen

Schulnetzplanes des Landkreises die Grundschule West in Coswig nicht mehr

enthalten war. Obwohl die Zahlen eine klare Sprache sprechen, haben sich

Coswiger Kreisräte intensiv dafür eingesetzt, dass die Schule erhalten bleibt.

–     Die Bereitschaft der Evangelischen Schule Coswig mit in das vorhandene

Schulgebäude West einzuziehen, konnte die Entscheidungsträger des Landkreises

überzeugen, den Schulstandort Grundschule West zu erhalten.  Ohne den Einzug

der Evangelische Schule Coswig in das Schulgebäude würde dieser Schulstandort

geschlossen.

–     Durch den Kreistags- und den Stadtratsbeschluss zur Erhaltung der Grundschule West entstehen für die Stadt Coswig entscheidende Vorteile:

–     Der kommunale Grundschulstandort West wird 1-zügig erhalten

–     Die Schulen können auch zukünftig auf Grund ihrer räumlichen Situationen

separate Horträume zur Verfügung stellen, was deutlich zur Qualitätssteigerung

bei der Hortbetreuung beiträgt.

–     Die Evangelische Schule Coswig bleibt dauerhaft in der Stadt und bereichert unsere Schullandschaft als Gesamtschule.

–     Die gute und vielfältige Schullandschaft in Coswig bleibt erhalten. Dadurch können wir auf Familienzuzug von außen hoffen und hoffentlich den Einwohnerschwund der Stadt stoppen.

–     Durch die Zusammenführung der drei Grundschulbezirke können die Eltern zwei Schulwünsche äußern und die Wahl der Schule für ihr Kind mit gestalten.

–     Durch die Sicherung der langfristigen Nutzung der Grundschule West steigen die Chancen auf Fördermittel für die Sanierung des Schulgebäudes. Der Fördermittelantrag von 2008 wurde bisher immer mit der Begründung, dass der Schulstandort langfristig auf Grund der demografischen Entwicklungen in Coswig nicht gesichert ist, abgelehnt.

 

Fazit

Die Entscheidung, die Grundschule West zu erhalten, indem sie von zwei unterschiedlichen Schulträgern genutzt wird, stellt die einzig machbare und eine gute Lösung dar. Die Lösung ist nicht einfach, weil unterschiedliche Schulträger mit unterschiedlichen Unterrichtskonzepten zu Problemen innerhalb des Gebäudes führen können. Aber, wie uns ein ähnlich gelagerter Fall einer Schule in Saalfeld gezeigt hat ( Eine Gruppe von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Lehrern und Stadträten hat zum Erfahrungsaustausch diese Schule besucht ), ist diese Lösung unter der Voraussetzung des guten Willens aller Beteiligten machbar und kann, wenn gewollt, auch Synergieeffekte hervorbringen.

Jetzt sind der Oberbürgermeister, die Stadtverwaltung und die Schulleitung in der Pflicht die jetzigen und die zukünftigen Schülereltern umfangreich und detailliert über die Veränderungen, deren Hintergründe und die geplante bauliche Umgestaltung zu informieren. Nur auf der Grundlage dieser Kenntnisse sind die Eltern in der Lage verantwortungsvoll ihren Schulwunsch für ihre Kinder zu treffen und die Umgestaltung der Schule mit gutem Willen und vielen guten Ideen mitzutragen und mitzugestalten.

Die in letzter Zeit von wenigen Beteiligten und Eltern gemachten Vorschläge zur Erhaltung der 2-Zügigkeit und der alleinigen Nutzung durch den kommunalen Schulträger kann schon aus ökonomischen Gründen keinen Erfolg haben. Die Erhöhung der Anzahl der Klassen bedeutet weniger Schüler pro Klasse in Coswig, dafür mehr Räume und mehr Lehrer. Dieser Lösung würden die Verantwortlichen für die Schulplanung unabhängig von einer Coswiger Entscheidung schon aus finanziellen Gründen niemals zustimmen.

Die Freien Wähler – Coswiger Bürgerliste – CBL fordert alle Beteiligten und Eltern auf, mit gutem Willen diese wichtige und neue Aufgabe anzupacken und zu unterstützen.

Denken wir immer daran: Es sind alles unsere Kinder – unabhängig vom Schulträger, Weltanschauung und Familienherkunft. Wir, die Bürger, die Lehrer, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Oberbürgermeister und die Stadträte sind für alle Kinder gleichermaßen verantwortlich. Alle Kinder haben das gleiche Recht auf eine gute Schulbildung und bedürfen unserer vollen Unterstützung.

Denen, die in öffentlichen Medien oder Foren versuchen zu spalten, in dem sie von unseren und den anderen Kindern und Eltern sprechen, verlassen rechtsstaatliche Grundsätze und stoßen bei uns auf den schärfsten Widerstand.

Christian Buck, Vorsitzender Freie Wähler – Coswiger Bürgerliste – CBL

11 Kommentare zu “Umgestaltung der Grundschule West – einzige Chance in die Zukunft”

  1. 2 Punkte

    der schulwunsch musste bereits abgegeben werden, obwohl die grosse Aufklärung noch nicht statt gefunden hat, sondern von Januar auf Februar verschoben wurde. Genauer Termin wurde aber auch da noch nicht bekannt gegeben

    Warum Erhöhung der Anzahl der Klassen?
    Im Moment soll doch die Anzahl der Klassen gesenkt werden, oder unterliegen da wir Bürger mal wieder einem Irrtum

    geschrieben von Foerster am 03. Jan, 2013

    1. Ich unterlag doch einen Irrtum, die Klassen sollen nicht gesenkt werden, sondern nur verschoben. Es waren bislang 7 und es werden auch dann wieder 7 sein, nur in den staatlichen Schulen nicht wie bisher überall 2, sondern in Mitte 3 und in West 1. Dafür Entschuldigung.

      Antwort Herr Buck:
      Sehr geehrter Herr Förster, zu Ihrem Kommentar nehme ich wie folgt Stellung:
      Richtig ist, dass nach den zurzeit vorliegenden Schülerzahlen aller Voraussicht nach 2013 sieben 1. Klassen eingeschult werden – 2 Klassen GS Brockwitz, 3 Klassen GS Mitte, 1 Klasse GS West und 1 Klasse evangelische Schule. Durch das Stichtagssystem bei der Einschulung ergeben sich Verschiebungen zu den Geburtenzahlen des Gesamtjahres. Deshalb habe ich bei meiner Berechnung die Geburtenzahlen über die Jahre ausgemittelt. Weiterhin möchten einige Eltern gern ihr Kind mit 6 Jahren, andere mit 7 Jahren einschulen. Zurzeit ist auch noch unklar wie viele Kinder zurückgestellt werden, wie viele die evangelische Schule aufnimmt und wie viele Kinder die Förderschule besuchen werden.
      Auch in Ihrem Punkt “Termin Schulwunsch“ gebe ich Ihnen voll und ganz recht. Ich habe im Stadtrat darauf hingewiesen und auch Frau Lisofsky, als Mitglied der Schülereltern, hat diesen Fakt beanstandet. Nach Auskunft des Oberbürgermeisters sind die Termine gesetzlich festgelegt. Die Stadtverwaltung hat darauf keinen Einfluss,
      ein unzumutbarer Zustand. Wie sollen Eltern verantwortungsbewusst die Entscheidung der Schulwahl treffen, wenn sie keine Informationen über die zukünftige Schulsituation, das Umfeld, die räumlichen Voraussetzung usw. haben? Selbst ich, als Stadtrat, habe keine Informationen über die baulichen Planungen. Auch dies habe ich mehrfach im Stadtrat und gegenüber dem Oberbürgermeister beanstandet.
      Die Verschiebung des Elterninformationsabends hat nach Aussage des Oberbürgermeisters folgende Ursache: Am 09.01.2013 findet zur Problematik GS West eine Beratung mit dem Leiter der Sächsischen Bildungsagentur statt. Im Anschluss an diese Beratung wird eine Lehrerkonferenz in Anwesenheit der Vertreter der Sächsischen Bildungsagentur durchgeführt. Der Oberbürgermeister will die Ergebnisse dieser Beratungen abwarten, bevor er die Eltern über die weitere Planung informiert und sich den Fragen der Eltern stellt. Diese Vorgehensweise ist seine Entscheidung, die wir akzeptieren müssen. Sie können versichert sein, dass wir das zur Stadtratssitzung gegebene Versprechen des Oberbürgermeisters schnellstmöglich einfordern werden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Buck

      geschrieben von Förster am 04. Jan, 2013

      1. hier gibt es aber auch Widersprüche, Kinderzahlen sinken, aber in der Auflisten steigen Sie von 2006 an nach oben.

        und Bereitschaft der ev Schule in das Haus ein zu ziehen, um es als Standort zu retten, ist auch nicht so ganz korrekt, der ev Förderverein wollte doch von Anfang an in die GS West (siehe SZ 2006)

        eigentlich habe ich nur eine Frage, die bis jetzt nie beantwortet wurde: warum können nicht beide Schulen gleichberechtigt diese schöne Schulhaus nutzen? Es gibt ca 40 Familien die nach alten Einzugsgebiet dort in die Schule kommen würden, abzüglich ca 4 die vielleicht einen Antrag auf Schulwechsel gestellt hätten, aber dafür gibt es 7 bekannte Familien, vielleicht sogar weitere die aus den beiden anderen alten Schulbezirken gern nach West wollen. Also warum nicht die staatlichen Schulen 2 zügig lassen und die ev Schule 1 zügig parallel dazu?

        Antwort Herr Buck:
        Sehr geehrte Frau Burges, zu Ihrem Kommentar nehme ich wie folgt Stellung:
        In meiner Stellungnahme hatte ich bereits darauf hingewiesen:
        1. Wir müssen die Gesamtheit aller Schulen in Coswig über einen längeren Zeitraum und somit auch für die Zukunft betrachten.
        2. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die GS Mitte und GS Brockwitz bereits mit Fördermitteln saniert wurden. An Fördermittel sind Auflagen gebunden und diese müssen eingehalten werden, weil sonst gegebenenfalls Fördermittelrückzahlungen entstehen können. Die Auslastung dieser beiden sanierten Schulen muss auf Dauer gewährleistet werden. Eine dauerhafte 2-Zügigkeit der GS West würde zu Lasten der anderen GS in Coswig gehen.
        3. Wir müssen und wollen die Evangelische Schule in Coswig auf Dauer erhalten. Mit der Doppelnutzung wurde eine Lösung gefunden, die das Gebäude als Schule erhält und finanziell für die Stadt machbar ist.
        Mit freundlichen Grüßen
        Buck

        geschrieben von Marion Burges am 04. Jan, 2013

        1. Und wieder einmal wird die lüghafte Behauptung aufgestellt, dass wir den kommunalen Träger für die GS West allein wollen. Hier nochmals zum Lesen: Wir sind für beide Träger in der GS West, wir haben nichts gegen die ev. Schule, wir wollen NUR eine Gleichberechtigung! Also hören Sie endlich auf damit, uns solche Unterstellungen machen.

          Antwort Herr Buck

          Sehr geehrte/r Frau/Herr Helm, zu Ihrem Kommentar nehme ich wie folgt Stellung:
          An welcher Stelle meiner Ausführung habe ich die “lügenhafte Behauptung“ aufgestellt, dass Sie den kommunalen Träger für die GS West allein wollen? Ihre Ausführungen sind für mich nicht nachvollziehbar, da ich grundsätzlich eine Verallgemeinerung wie z.B. “die Eltern“ oder Ähnliches ablehne. Wen meinen Sie eigentlich mit “wir“? Meinen Sie, dass Sie die Meinung aller Eltern der GS West vertreten? Was verstehen Sie eigentlich unter Gleichberechtigung? Wenn jemand Gleichberechtigung einfordern dürfte, dann ist es die evangelische Schule! Sie bekommt weniger Geld/Schüler vom Staat als kommunale Schulen. Die Lehrer verdienen meist weniger Geld im Vergleich zu den Lehrern der kommunalen Schulen und die Eltern müssen Schulgeld zahlen. Mit vollem Recht habe ich daran erinnert, dass die Eltern und die Schüler der evangelischen Schule alles unsere Coswiger Bürger bzw. unsere Coswiger Kinder sind. Das verstehe ich unter Gleichberechtigung. Leider musste ich erleben, dass in der emotionalen Diskussion bei einigen wenigen diese rechtsstaatliche Grundsätze verloren gegangen waren. In welcher Form Sie sich an der Diskussion beteiligt haben, kann ich nicht beurteilen und ich möchte Ihnen auch nichts Unrechtsmäßiges unterstellen, da ich Sie nicht kenne. Ich habe mehrfach meine Bereitschaft zum Gespräch angeboten, doch leider hat niemand das Gespräch mit mir gesucht. Mein Angebot erhalte ich aufrecht.
          Mit freundlichen Grüßen
          Buck

          geschrieben von Helm am 04. Jan, 2013

          1. Die Zahlen und Informationen die zum Stadtratsbeschluss vorgelegt wurden, sind fraglich. Die Prognosen zur Schülerzahlenentwicklung widersprechen den Geburten- und den Anmeldezahlen. Daran ändern auch die Zweitwunschzettel nichts. Wieso werden nicht mal neue Zahlen erhoben und von neutraler Stelle ausgewertet? Wieso wird nicht mal offen und ehrlich mit uns geredet. Auch Herrn Helm kann ich nur zustimmen. Das Kombimodell fair durchgeführt ist durchaus eine Lösung.

            Steinbach

            geschrieben von Steinbach am 07. Jan, 2013

            1. Guten Tag! Man sollte bei der Diskussion bitte auch Bedenken, das die GS Mitte rein räumlich durch den Hort bzw. Die Musikschule des Landkreises auch schon aus allen „Nähten“ platzt. Wo will man dort einen Hort und Klassenzimmer für nochmal 4!!!! Klassen einrichten???? Diese Frage sollte man sich dabei auch mal stellen.

              geschrieben von Conny am 07. Jan, 2013

              1. Unter Gleichberechtigung verstehen Sie die vorgeführten Förderung der ev. Schule. Verdreht das nicht die Realitäten? Nach Ihren eigenen Zahlen sind 10 von 22 Kinder, also weniger als die Hälfte der Ev. Schule Coswig auch Coswiger Einwohner. Wie wollen Sie begründen, dass Coswiger Grundschüler und Eltern die Last für eine Gleichberechtigung übernehmen sollen, für ein privates Schulprojekt, das diese nicht gewünscht haben, das von wenigen voran getrieben wird? Das Recht dazu habe diese Bürger. Das will keiner in Abrede stellen. Nur resultiert daraus eine Pflicht für alle anderen Bürger? KOMBIMODELL JA, ABER NICHT SO.

                Antwort Herr Buck

                Sehr geehrte/r Frau/Herr Steinbach, zu Ihrem Kommentar nehme ich wie folgt Stellung:
                Sie unterliegen einem gravierenden Irrtum. Die evangelische Schule ist keine Privatschule, sondern eine Schule mit einem freien Träger in der Rechtsform eines Vereins. Nach einer
                3-jährigen Probezeit und Prüfung erhält ein freier Schulträger eine Zulassung vom Land zur Führung einer Freien Schule und übernimmt damit eine Pflichtaufgabe des Landes. Die Finanzierung erfolgt durch das Land und damit selbstverständlich mit Steuermitteln. Da freie Schulen weniger Geldzuwendungen als staatliche Schulen bekommen, tritt eine Kostenentlastung für das Land ein. Es werden somit Steuergelder gespart. Im Übrigen gibt es sehr viele Dinge, die aus Steuergeldern finanziert werden, ohne dass Sie persönlich davon einen Nutzen haben, z.B. werden Straßen auch mit Steuern von Bürgern finanziert, die kein Auto haben usw. Die evangelische Schule Coswig finanziert ihren Um- und Erweiterungsbau selbst. Für die Nutzung der vorhandenen Gebäudeteile zahlt sie Miete an die Stadt Coswig. Natürlich darf diese Miete nur so hoch sein, dass die Erhaltung der Gebäudesubstanz gewährleistet ist. Eine Bildungseinrichtung ist kein Unternehmen mit Gewinnabsichten. Dem muss und wird die Stadtverwaltung Rechnung tragen. Es ist für mich an keiner Stelle erkennbar, wo Sie neben ihren normalen Steuern durch die evangelische Schule zusätzlich finanziell belastet werden.
                Im Übrigen bin ich sehr froh, dass unsere Demokratie, im Gegensatz zur Diktatur der ehemaligen DDR, freie Schulen zulässt.
                Ich glaube, dass wir 1989 auch dafür auf die Straße gegangen sind, dass das Staatsmonopol der Bildung beendet wird. Heute stehen kommunale Schulen Seite an Seite mit Schulen der freien Träger und man kann deutlich eine gegenseitige Befruchtung erkennen. Denken Sie daran: Freiheit bedeutet immer Freiheit für den anders Denkenden. Die evangelische Schule deckt einen Bildungsbedarf von Coswiger Eltern bzw. von Eltern aus dem Coswiger Umland ab, die als Grundlage der Erziehung ein christliches Weltbild möchten. Dies müssen Sie akzeptieren, auch wenn es vielleicht nicht Ihr Weltbild ist.
                Mit freundlichen Grüßen
                Buck

                geschrieben von Steinbach am 07. Jan, 2013

                1. Sehr geehrter Herr Buck, Danke für Ihre Stellungnahme. Auch wenn eine GS Mitte für 3 zügig saniert wurde und früher als Schule und Hort Doppelnutzung der Räume hatte, selbst 3 zügig bis Klasse 10 ging, frage ich mich wo aktuell in der GS Mitte 8 Räume frei sind. Jetzt fragen Sie sich bestimmt wie ich auf 8 Räume komme. Aber eine 3. Klasse 2013 braucht einen Klassenraum und wohl einen Hortraum. Achja und einen Hortner auch. Erzieherschlüssel liegt bei 23:1 und West hat keinen Hortner zum abgeben frei, somit wäre eine Umsetzung auch eher schlechter. Ich hoffe Sie bedenken in Ihrer Planung, das ab Aug 2013 jedes Kind einen Rechtsanspruch auf Betreuung in Krippe, Kita & Hort hat. 2014 ist diese Klasse immer noch im Schulhaus und es wird dann wohl wieder eine 3. Klasse eröffnet, also wieder 2 Räume und das geht dann bis 2016 so. Kündigt man dann der Musikschule die Räumlichkeiten? Oder wird es dann im Schulhaus Rückschritte geben und wieder eine Doppelnutzung erfolgen? Getreu dem Motto die bekommen ja mehr Gehalt, also gehen da auch die schlechteren Raumbedingungen. Bezüglich Frau Lisofsky, welche ja doch in direkter Linie mit Ihnen Verwandt ist, ist das Zusammenspiel am 19.12.2012 zwischen dem OB und Frau Lisofsky sehr deutlich erkennbar gewesen. Die Presse war auch geladen und somit wurde die Gemüter in Coswig beruhigt.

                  Antwort Herr Buck
                  Sehr geehrter Herr Förster,
                  zum “Zusammenspiel“ zwischen meiner Tochter, Frau Lisofsky, und Herrn Oberbürgermeister Neupold möchte ich folgendes bemerken. Durch meine Tätigkeit als Stadtrat kennt der Oberbürgermeister auch meine Tochter. Eine freundliche Begrüßung ist deshalb nichts Anrüchiges. Auch ich habe ein gutes Verhältnis zum Oberbürgermeister, auch weil ich sein Amt achte und trotzdem steht der Oberbürgermeister in vielfältigen Problemen unter meiner Kritik. Sicher zähle ich im Stadtrat zu den schärfsten Kritikern. Mit den Ausführungen von Frau Lisofsky wollten wir beide ein Zeichen setzen, dass es vielfältige demokratische Möglichkeiten gibt, in einer korrekten Form Anfragen und Probleme dem Stadtrat und der Stadtverwaltung vorzutragen, z.B. die Einwohnerfragestunde. Warum haben Sie sich eigentlich nicht zu Wort gemeldet? Ich entnehme Ihren Ausführungen, dass Sie anwesend waren. Auch andere “Kritiker des Internets“ war anwesen und haben geschwiegen. Warum haben Sie nicht die Anwesenheit der Presse genutzt? Die Presse ist übrigens zu jeder Stadtratssitzung anwesend, völlig unabhängig von Frau Lisofsky! Brauchen Sie die Anonymität des Internets? Trauen Sie sich nicht Ihre Meinung öffentlich zu vertreten? Denken Sie einmal darüber nach!
                  Die sonstigen Probleme, die Sie ansprechen, kann ich nicht so schnell beurteilen. Sicher kommen auf die Stadt durch die Umstrukturierung der GS West vielfältige Probleme zu, die es zu lösen gilt. Wir werden es im Auge behalten und daran mitarbeiten.
                  Mit freundlichen Grüßen
                  Buck

                  geschrieben von Förster am 08. Jan, 2013

                  1. Sehr geehrter Herr Buck, jetzt sind Sie bitte nicht so naiv und sagen es ginge um die freundliche Begrüßung, diese widerfährt mir ebenfalls. Eher geht es doch um die Frage und die damit perfekt abgestimmt Antwort.

                    Interessant wird es aber jetzt, warum können Sie mir auf die sonstigen Probleme keine Antwort geben? Wollen Sie damit sagen, Sie haben einen Beschluss zugestimmt, ohne sich vorher über die Konsequenzen und die dadurch resultierenden Nachfolgeprobleme, Gedanken gemacht zu haben. Diese Problematik evangelische Schule/Grundschule West wird seit Jahren besprochen und man hat gezielt auf diesen Schritt hingearbeitet, aber keine Zeit gehabt, an das danach zu denken?

                    Ich gebe Ihnen Recht, dass die evangelische Schule den Bildungsbedarf einiger Coswiger und Coswiger Umland Familien deckt. Bezugnehmend auf das christliche Weltbild muss ich allerdings widersprechen. Sehr viele christliche Familien bevorzugen die staatliche Schulen, wo ebenfalls Religion gelehrt wird und anders herum befinden sich Familien ohne christlichen Glauben auf der evangelischen Schule. Und um dieses miteinander nicht zu zerstören, bedarf es einer Lösung.

                    Die Argumentation für die Einzügigkeit der staatlichen Grundschule West, sind die sinkenden Kinderprognosen im Nordwesten von Coswig. Aber sind unsere sanierten Grundschulen nicht mit Kinderprognosen, welche nun nicht eintreffen, über Fördergelder saniert worden? Sie schreiben selber: Eine dauerhafte 2-Zügigkeit der GS West würde zu Lasten der anderen GS in Coswig gehen.

                    Vielleicht denken Sie einmal über die Nachfolgeprobleme für die Stadt und deren Bürger nach! Eine Fehler einzugestehen ist immer besser, als weitere Fehler wissentlich zu machen.

                    Antwort Herr Buck

                    Sehr geehrter Herr Förster,
                    auch diesmal unterliegen Sie einem gewaltigen Irrtum. Gerade weil wir uns Wochen und Monate lang über die Konsequenzen der demografischen Entwicklung und den daraus resultierenden Nachfolgeproblemen Gedanken gemacht haben, sind wir zu unserer Entscheidung gekommen. Wenn ich im Einzelnen über Raumnutzung und Schulstrukturen nicht mit Ihnen diskutieren kann bzw. auch nicht will, so liegt es nicht daran, dass ich leichtfertig und verantwortungslos Entscheidungen treffe, sondern daran, dass ich mir nicht anmaße Dinge zu beurteilen, wo mir Fachkenntnisse fehlen und dass ich den Menschen vertraue, die diese Fachkenntnisse haben. Und in diesen 2 Punkten unterscheiden wir uns gravierend. Den “Internetkritiker“ unterstelle ich, ohne dass ich sie kenne, denn diesen Sachverhalt verweigern sie mir, dass es Laien sind, die alles besser wissen und die Ergebnisse von Fachleuten von vornherein für falsch erklären.
                     
                    Unabhängig von den jetzigen Raumnutzungen in den Schulen stehen folgende
                    Sachverhalte unstrittig fest:
                    1.​Die Grundschule Brockwitz wird seit Jahren 2-zügig genutzt. Gravierende Probleme, die dem entgegenstehen, sind mir nicht bekannt.
                    2.​Die Grundschule Mitte wurde als 3-zügige Grundschule mit Fördermitteln saniert. Das Sanierungskonzept wurde an Hand der staatlichen Normen, Vorschriften, Richtlinien usw. von den verantwortlichen Fachleuten geprüft und bestätigt. Sonst wären keine Fördermittel geflossen. Dass im Zuge der Unterbelegung auf Grund der demografischen Entwicklung vielleicht manche zusätzliche, sicher auch sinnvolle und schöne Nutzung möglich wurde, auf die man vielleicht in den nächsten 2 Jahren verzichten muss, schließe ich nicht aus. Es geht nicht nach dem Motto “Wünsch Dir was“, sondern um die Erfüllung staatlicher Vorgaben und Richtlinien, denen auch die Stadt Coswig unterliegt. Die Stadt Coswig strebt weiterhin die räumliche Trennung von Klassen- und Horträumen an. Einen “Luxus“, den sich andere Städte nicht leisten.
                    3.​Das zukünftige Schulkonzept der Grundschule West sieht eine 1-zügige kommunale Grundschule vor. An dem neuen Schulkonzept hat die Direktorin, Frau Schober, mitgewirkt. Ich gehe davon aus, dass Frau Schober ihre Lehrer mit einbezogen hat. Ich hatte mehrfach mit Frau Schober in der letzten Zeit Kontakt. Bisher hat kein Pädagoge das Konzept mir gegenüber in Frage gestellt. Das diese Lösung nicht die Wunschlösung aller Beteiligten ist, ist unstrittig. Auch wird immer noch zu den Details beraten. Heute fanden Beratungen zwischen der Stadt und der Sächsischen Bildungsagentur statt. Dabei wurden die Schulleitungen und die Lehrer einbezogen. Sie sehen also, es sind die Fachleute am Werk, um für alle Seiten eine machbare Lösung zu finden. Etwas Vertrauen müssen wir ihnen entgegenbringen.
                     
                    Nach dem jetzigen Stand der Dinge wird es 6 kommunale Züge in Coswig geben. Bei einer maximalen zulässigen Belegung von 28 Kindern / Zug können pro Jahr 168 Kinder in kommunalen Schulen eingeschult werden. Zusätzlich besuchen ca. 20 Kinder die evangelische Schule und ca. 5 bis 8 Kinder die Förderschule. Insgesamt sind dies 193 bis 196 Kinder. Nach jetzigen vorliegenden Prognosen und Statistiken wird dieser Fall nicht eintreten.
                     
                    Zum Schluss möchte ich Sie noch auf einen weiteren Irrtum Ihrerseits hinweisen:
                    Es gab im Coswiger Stadtrat immer nur 2 Möglichkeiten der Entscheidung:
                    1. ​Erhaltung der Grundschule West durch Einbeziehung der evangelischen Grund- und
                    ​Mittelschule
                    oder
                    2. ​Schließung der Grundschule West
                    Punkt 2 war bereits im Entwurf des Schulnetzplanes getroffen worden
                    Eine 3. Lösung, wie von  einigen gewünscht und im Internet diskutiert, stand nie zur Disposition, weil der Kreistag dem nicht zugestimmt hätte.
                    Sind wir gemeinsam froh, dass uns die große Aufgabe “Erhaltung Grundschule West“ gelungen ist und gleichzeitig eine Lösung für die evangelische Schule Coswig gefunden wurde. Ich bin sicher und ich vertraue auf die Kreativität und den guten Willen unserer guten Fachleute und Pädagogen in Coswig, dass auch die von Ihnen angesprochenen “kleineren“ Probleme der Raumnutzung gelöst werden.
                    Mit freundlichen Grüßen
                    Buck

                    geschrieben von Förster am 09. Jan, 2013

                    1. Sehr geehrter Herr Buck,

                      unsere Unterhaltung wird langsam interessant. Nun würde ich als Laie Ihnen noch gern eine weitere Frage stellen. Die Grundschule Mitte ist 3 Zügig saniert, aber wird nur 2 Zügig genutzt. Zahlt die Stadt Coswig im Moment Fördergelder zurück? Ihre Begründung Zitat: Eine dauerhafte 2-Zügigkeit der GS West würde zu Lasten der anderen GS in Coswig gehen, bedeutet ja nichts anderes, als dass die Kinder der 2. Klasse in West, die Kinder sind welche Perspektivisch der Grundschule Brockwitz oder Mitte fehlen, um die Förderbedingungen zu erfüllen.

                      Zum Punkt Schulnetzplan verwundert mich Ihr Argument Nr 2. Mir liegt die Kopie einer Mail von der Schulaufsicht mit folgenden Wortlaut vor: … Im übrigen stand auch im Schulnetzplan des Landkreises Meißen die Aufhebung der Grundschule West nicht zur Debatte, das darf der Landkreis rein rechtlich gesehen gar nicht. … Aber Sie haben ja selber geschrieben, im Coswiger Stadtrat gab es immer nur 2 Möglichkeiten! Die Stadt Coswig trifft ja keine Entscheidung, sondern führt nur die gefällten Entscheidungen anderer aus.

                      Kennen Sie den Spruch Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Kein Mensch kann in allen Bereichen, die solch ein Projekt mit sich bringt, grundiertes Fachwissen besitzen. Die Punkte rund um die GS Mitte sind nur ein Teil, der mittlerweile kleineren Probleme. Aber mit Containerbauten kann man diese bestimmt gut lösen. Im Gegensatz zu Ihnen wollte ich Ihnen nichts unterstellen, es war eine Frage. Und wenn Sie Ihre eigene Antwort lesen, dürfte Ihnen auffallen, dass Sie zumindest leichtfertig entschieden haben.

                      Als Tipp bevor Sie wieder antworten, lesen Sie bitte erst was Sie als 1. ganz oben geschrieben haben. Ihre Kinderzahlen der evangelischen Schule sind von 10-12 Kindern innerhalb weniger Tage auf 20 Kinder gestiegen. Noch mehr Widersprüche könnten auffallen.

                      Mit Hochachtungsvollen Grüßen
                      Förster

                      Antwort Herr Buck

                      Sehr geehrter Herr Förster, zu Ihrem Kommentar vom 10.01.13 nehme ich wie folgt Stellung:
                      1. Absatz:
                      Kein Widerspruch. Aus ökonomischen Gründen müssen Schulgebäude entsprechend der staatlichen Richtlinien und Vorgaben optimal ausgenutzt werden. Fördermittelrückzahlungen der Stadt Coswig sind mir bisher nicht bekannt.
                      2. Absatz
                      Ich kann zu einem Mail, welches mir nicht vorliegt und welches ich nicht kenne keine Stellungnahme beziehen. Sie können mir gern diese Kopie übermitteln. Unstrittiger Fakt ist und unstrittig nachweisbar ist, dass im Entwurf des Schulnetzplanes die GS West nicht mehr enthalten war. Kreisräte können dies fraktionsübergreifend bezeugen. Anderweitige Behauptungen sind einfach nur falsch.
                      3. Absatz
                      Ich habe den Absatz 4-mal gelesen, verstehe aber nicht, was Sie mir sagen wollten und in welchen Punkt ich leichtfertig entschieden habe. Ich bitte um Entschuldigung. Ich verstehe den Inhalt dieses Absatzes nicht.
                      4. Absatz
                      Nach meiner Kenntnis besuchen ca. 20-22 Kinder/Klasse die evangelische Grundschule Coswig. Davon sind ca. 10-12 Kinder von Coswiger Bürgern ( Dies kann von Jahr zu Jahr schwanken ). Die übrigen Kinder kommen aus dem Coswiger Umfeld und sind damit nicht in Coswig geboren. Da ich bei meinen Hochrechnungen aber von der Coswiger Geburtenstatistik ausgehe, kann ich nur die Kinder der Coswiger Bürger in meine Hochrechnung einbeziehen. Somit sind meine Zahlen nicht widersprüchlich, sondern ich bemühe mich, der Realität sehr nah zu kommen.

                      Ich habe den Eindruck, dass Sie nur provozieren wollen und sich nicht um eine wirkliche Lösung bemühen. Auf keine meiner Fragen haben Sie geantwortet oder eigene Lösungsvorschläge unterbreitet. Der Gedanken sind genug ausgetauscht. Die Anonymität dieser Diskussion störte mich von vornherein. Ich möchte hiermit diese Internetdiskussion beenden. Gern können Sie mich nach telefonischer Anmeldung persönlich aufsuchen oder an einer CBL-Sitzung teilnehmen, Ihre Fragen stellen und den CBL-Mitgliedern Ihre Lösungsvorschläge der Probleme vortragen. Zu unseren CBL-Beratungen sind noch andere Stadträte anwesend, die Ihnen Ihre Fragen noch detaillierte beantworten können.
                      Mit freundlichen Grüßen
                      Buck

                      geschrieben von Förster am 10. Jan, 2013

                      1. Verehrter Herr Buck,
                        bei der Lektüre Ihrer Erklärung und des folgenden Disputes entstehen Frage und der Wunsch
                        einige Anmerkungen niederzuschreiben. Zuerst die Fragen:
                        Wieso entscheidet der Kreistag über die Anzahl von Schülern bzw. Zügen an einer kommunalen Schule? Ist das nicht Aufgabe bzw. Hoheit des Trägers? Warum behindert der zweite Zug das Kombinationsmodell an dieser Coswiger Grundschule? Stabilisiert er denn nicht gerade den Standort der kommunalen Schule und stärkt damit die Förderfähigkeit? Wie entsteht die große Spreizung der statistischen Werte? Nunmehr die Anmerkungen: Ein geäußerter Gleichbehandlungswille unterstellt eine mutwillige bzw. systematische Benachteiligung einer nichtstaatlichen Schule. Eine Begründung Ihres Gleichberechtungsanspruches für nichtstaatliche Schulen, auf dem Umstand einer höheren Entlohnung der Lehrer an öffentlichen Bildungseinrichtungen, ist nicht hinnehmbar. Es widersetzt sich dem gesetzgeberischen Gedankengang für die Entlohnung im öffentlichen Dienst. Differenzen entstehen vielmehr aus der unterschiedlichen Trägerschaft. Jedem Träger steht es frei die Höhe der Gehälter selbst zu bestimmen. Auch kann ein Trägerverein die Höhe des Schulgeldes selbst wählen. Daher halte ich die vorgetragene Argumentation nicht für stimmig. Sie macht einen anderen als den Verursacher der monetären Unterschiede für diese verantwortlich und ist mithin nicht redlich. Die wirtschaftlichen Bedingungen bestehen für jede Unternehmung und werden somit einem Wunsch zu einem wie auch immer gearteten Sonderweg ebenfalls den Rahmen bilden. Auch die Annahme vereinsgetragen sei nicht privatwirtschaftlich, ist analog nicht zu unterstützen.
                        Das Schicksal von vielen liegt in der Hand von wenigen. Das ist eine nicht zu unterschätzende Verantwortung. Viel zu oft ist das Leben wie eine Zugfahrt, das Überfahren einer Weiche bemerkt man erst später und dann schmerzlich.

                        Antwort Herr Buck


                        Sehr geehrter Herr Baum, zu Ihrem Kommentar vom 10.01.13 nehme ich wie folgt Stellung:
                        Zu Ihren Anfragen:
                        Die Verantwortlichkeit für die Schulnetzplanung wird im Schulgesetz für den Freistaat Sachsen (SchulG) geregelt. In §23a heißt es: Die Landkreise und die Kreisfreien Städte stellen die Schulnetzpläne für ihr Gebiet auf… Ich erspare mir den Gesetzestext hier abzuschreiben. Im Internet ist das Gesetz schnell recherchiert und Sie können das nachfolgende überprüfen. Die wichtigen Rahmenbedingungen möchte ich kurz stichpunktartig aufführen. SchulG § 23a (1-3)

                        – Schaffung eines umfassenden, regional ausgeglichenen Bildungsangebotes für alle
                        unter zumutbaren Bedingungen
                        – Einbeziehung von vorhandenen Schulen in freier Trägerschaft
                        – Beachtung der Ziele der Raumordnung und der Landesplanung
                        – Beachtung des mittelfristigen und langfristigen Schulbedarfes
                        – Abstimmung der Pläne mit den Gemeinden und den übrigen Trägern des Gebietes und mit den Landkreisen

                        § 23a (4) möchte ich wörtlich zitieren, weil er für die Kritiker im Internet wichtig ist, die da glauben, Schulplanung entsteht auf der Grundlage von “Wünsch Dir was…“
                        Die Schulnetzpläne bedürfen der Genehmigung der obersten Schulaufsichtsbehörde. Diese überprüft die Rechtmäßigkeit und Vereinbarkeit der Pläne mit den schulpolitischen und den sich aus dem Staatshaushaltsplan ergebenden Maßnahmen, insbesondere um zu gewährleisten, dass die personelle Ausstattung der Schulen im Rahmen der Bedarfs- und Finanzplanung des Freistaates Sachsen möglich ist. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die Schulnetzplanung mit den in den Absätzen 1 bis 3 genannten Anforderungen nicht übereinstimmt …

                        Betrachtet man die Aussagen und Festlegungen des Schulgesetzes unter den Gesichtspunkten der demographischen Entwicklung in Sachsen und der Forderung nach gleichen Bildungsangeboten für alle Kinder unter den Rahmenbedingungen des Staatshaushaltsplanes, dann wird schnell klar, dass nur eine überregionale Planung Gerechtigkeit bzw. Gleichheit schaffen kann, weil sich die demographische Entwicklung in den ländlichen Gebieten viel dramatischer im Vergleich zu den Ballungsgebieten auswirkt. Die Schließung einer Schule auf Grund von Kindermangel schafft für die noch im ländlichen Raum lebenden Familien oft unzumutbare Bedingungen. Klagen einige Coswiger über vielleicht 1 km Mehrlänge Schulweg, müssen sich die Familien im ländlichen Raum mit 10 bis vielleicht 20 km Mehrweg abfinden. So ist, wenn man etwas weniger egoistisch denkt, verständlich, dass der Landkreis eine Schülerkonzentration in den Gemeinde mit einem guten Schulnetz ( z.B. Coswig ) anstrebt, damit im ländlichen Raum Schulen mit geringen Schülerzahlen erhalten werden.
                        Ich glaube, wir können in Coswig stolz über unser gutes Schulsystem sein. Oft höre ich von Zugezogenen, dass nicht nur die moderaten Baulandpreise der Grund zur Übersiedlung nach Coswig war, sondern auch das gute Schulsystem.

                        Zu Ihrer Anmerkung:
                        Meine Ausführungen, dass Schulen in freier Trägerschaft keine Privatschulen sind, ist sicher juristisch nicht korrekt. Aber darum ging es mir nicht, sondern ich wollte prinziphaft die falschen Vorstellungen zur finanziellen Situation der Schulen in freier Trägerschaft korrigieren. Wichtig ist mir, dass die evangelische Schule gemeinnützig ist und keine Gewinnabsichten hat. Man muss doch anerkennen, dass es ein Unterschied ist, ob ich meine privaten Ziele verfolge oder gemeinnützige Interessen umsetze. Die Schulen in freier Trägerschaft arbeiten auf der Grundlage des sächsischen Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft ( SächsFrTrSchulG). Diese Schulen unterstehen der Aufsicht des Staates §2 (2). Die sogenannten Ersatzschulen in freier Trägerschaft erhalten staatliche Finanzhilfe ( 4. Abschnitt). Der Umfang der Finanzhilfe richtet sich nach § 15 (3). Die Aufwendungen werden mit dem Faktor 0,8, in besonderen Fällen mit 0,9, multipliziert. Die Finanzhilfe für die Sachausgaben orientieren sich prozentual an den Personalkosten §15 (4). Bitte haben Sie Verständnis, dass ich das Problem nur prinziphaft wiedergeben kann. Im Einzelnen ist es viel differenzierter. Damit stehen den Schulen in freier Trägerschaft objektiv wenige staatliche Finanzmittel im Vergleich zur staatlichen Schule zur Verfügung. Die Schulen erheben zum Ausgleich Schulgeld. Die Höhe des Schulgeldes ist 2-fach begrenzt:

                        1. durch §5 (1) 2. “eine Sonderung der Schüler nach Besitzverhältnissen nicht fördert“ und
                        2. die Schule muss für viele Eltern bezahlbar bleiben, auch für Eltern mit geringem
                        Einkommen, sonst gibt es eine Schule ohne Schüler

                        Da die Sachkosten ( Energie, Wasser, Abwasser, Papier, Reinigung usw. ) für alle Schulen gleich sind, können Sie sich selbst ausrechnen, wo das Geld eingespart werden muss. Man kann nur das Geld ausgeben, welches man zur Verfügung hat. Ihre Ausführung: “Jedem Träger steht es frei die Höhe der Gehälter selbst zu bestimmen“ ist zwar richtig, liegt aber außerhalb der Realität.
                        Ihren Ausführungen zur Verantwortung kann ich nur zustimmen. Aber vielleicht merken Sie, dass ich meine Verantwortung sehr ernst nehme und im Problem Grundschule West liegt die Verantwortung bis auf eine einzige Ausnahme bei allen Stadträten, die der Umgestaltung der Grundschule West zugestimmt haben und mit dieser überwältigenden Mehrheit im Rücken, kann ich sagen, wir haben aus heutiger Sicht nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Sollte sich in 5 oder 10 Jahren herausstellen, dass wir uns geirrt haben, dann müssen wir die Weichen neu stellen.
                        Sind Sie sicher, dass Sie die einzig wahre und richtige Lösung für die Zukunft kennen? Wenn ja, dann lassen Sie es mich wissen.
                        Mit freundli
                        chen Grüßen
                        Buck

                        geschrieben von Arved Baum am 10. Jan, 2013

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