Ein kultureller Höhepunkt für ganz Coswig

Ein kultureller Höhepunkt für ganz Coswig

Am letzten Wochenende fand das Einweihungsfest der komplett sanierten Orgel in der Ev.-Luth. Peter-Pauls-Kirche in Coswig statt. Die Orgel war 1903 im spätromantischen Stil von der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich errichtet worden. Nach mehr als 100 Jahren und einer Vielzahl von Umbauten und Erweiterungen war die Orgel in die Jahre gekommen und hatte an Klangfarbe und Klangvolumen verloren. 2008 gründete sich eine Gruppe “Orgelfreunde Coswig“ unter Federführung von Kantorin Erdmute Trepte. Diese “Orgelgruppe“ organisierte vielfältige Aktivitäten, dass letztendlich die gewaltige Spendensumme zur Sanierung der Orgel zusammen kam. Dem Oberbürgermeister war das Vorhaben so wichtig, dass er die Schirmherrschaft übernommen hatte. Drei Generationen später wurde wiederum die Orgelbaufirma Jehmlich mit der Sanierung der Orgel beauftragt. Am Freitag wurde allen Initiatoren und Spendern gedankt. Der Dank wurde umrahmt von wunderbaren Orgelklängen aus unterschiedlichen Zeitepochen.

Am Sonntag fand der Festgottesdienst zur Wiedereinweihung der Jehmlich-Orgel statt. Bestandteil des Gottesdienstes war die Messe in D-Dur op. 86 von Antonin Dvorak, die durch die Kantorei der Kirchgemeinde unter Mitwirkung von 4 Solisten und der Begleitung der neu sanierten Orgel dargeboten wurde. Man ist immer wieder erfreut und erstaunt über die hohe Qualität der Coswiger Kantorei unter Leitung der Kantorin Erdmute Trepte. Sie führt den Chor zu Höchstleistungen.

In der Predigt schlug Pfarrer Christoph Gutsche einen gewaltigen Bogen, beginnend mit der geglückten Orgelsanierung, die so vielen Menschen zu verdanken ist. Alles was wir tun, so sagte Pfarrer Gutsche, wird in das aktuelle Zeitgeschehen hineingestellt und er führte den Bogen weiter auf die aktuelle Situation der Integration der vielen Flüchtlinge. Er dankte den vielen Helfern, die unermütlich mithelfen, die Probleme der Asylbewerber zu lösen. Gleichzeitig warnte er: Man soll nicht denjenigen nachlaufen, die für schwierige und komplizierte Probleme einfache Lösungen anbieten. Mit der Frage: Ist es richtig bei so vielen Problemen in der Welt so viel Geld für eine Orgelsanierung auszugeben, führte Pfarrer Gutsche den Bogen weiter und kam auf die Völker verbindende Wirkung der Musik. Er nannte den Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim als leuchtendes Beispiel, der mit dem Projekt West-Eastern Divan mit Workshop und Orchester, in dem begabte junge Musiker aus arabischen Ländern des Nahen Ostens und Israel zusammenkommen, um gemeinsam zu musizieren, so dass ein Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens ermöglicht wird. Scheinbare Feinde aus Ländern in denen Krieg geführt wird, überwinden beim gemeinsamen Musizieren Trennendes. Diese Predigt war nicht nur für die Kirchenmitglieder beeindruckend, sondern kann alle Menschen zum Nachdenken anregen.

In einer kurzen Ansprache ging Geschäftsführer Ralf Jehmlich auf die Sanierung der Orgel ein. Er dankte den Vertretern der Kirchgemeinde für die gute Zusammenarbeit. Deutlich konnte man heraushören, dass er zu Recht stolz auf das gelungene Werk ist.

Mit dem Allegro und Fuge C-Dur von Felix  Mendelssohn-Bartholdy, an der Orgel KMD Gottfried Trepte, klang der festliche Gottesdienst aus.

Am Nachmittag fand das 1. Orgelkonzert nach der Sanierung statt. Domorganist KMD Henk Galenkamp aus Zwickau zog alle Register und lies Orgelklänge aus 200 Jahren von Bach bis Elert erklingen. Was für ein Klang, was für ein Zauber. Die Herzen der Orgelfreunde schlugen höher. Der Beifall zum Schluss wollte kein Ende nehmen.

Ein wunderbares Wochenende, ein großes Fest, ein wichtiger Tag für die Kultur in Coswig.

Unser Dank gilt allen, die dies möglich gemacht haben.

Christian Buck

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