Unser Vorschlag: Bebauung der Südseite der Oberseite in Brockwitz

Die Einwohnerzahl ist nach der Wende in Coswig stark gesunken. Zurzeit stagniert die Bevölkerungszahl. Ziel der Stadtpolitik muss es sein, diesem Trend gegenzusteuern. Ein wichtiger Lösungsansatz hierfür ist, guten und günstigen Wohnraum zu schaffen. Wie wir an unseren Nachbargemeinden erkennen können, besteht ein großer Bedarf an Eigenheimgrundstücken. Coswig könnte an diesem Bedarf partizipieren, wenn schnell und unkompliziert gehandelt würde und Korrekturen am bestehenden Flächennutzungsplan durchgeführt würden. Die Nachbargemeinden machen es uns vor. Manche Dinge, die vor 20 Jahren vielleicht ihre Berechtigung hatten, sollten heute neu überdacht werden.

Ein Beispiel ist die von uns vorgeschlagene Bebauung der Südseite der Oberseite in Brockwitz.

Das betroffene Quartier wird begrenzt durch die Dresdner Straße, die Wirtschaftshofstraße, die Oberseite und die Auerstraße. Der städtebaulich älteste und sicher auch der wichtigste Teil ist die Dreiseithofbebauung entlang der Dresdner Straße. Die rückwärtigen Scheunen sind teilweise schon umgebaut, bzw. es wurden Baugenehmigungen zum Umbau als Wohnhaus erteilt. Damit wird eine Erhaltung dieser schönen Bausubstanz für die Zukunft gesichert. Die Wirtschaftshofstraße ist beidseitig bis zur Oberseite bebaut. Mehrere Wohnhäuser und auch das Eckhaus Wirtschaftshofstraße-Oberseite sind nach der Wende errichtet worden. Die Auerstraße ist in weiten Teilen beidseitig bebaut. Das Eckgrundstück Auerstraße/Oberseite ist als Grün- und Freifläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Auf der Süd/Ostseite der Oberseite befindet sich zurzeit nur ein Wohnhaus – Oberseite 1. Dieses Haus und die angelegte Straße weisen darauf hin, dass früher eine Bebauung der Oberseite geplant war. Das bebaute Grundstück Oberseite 1 ist im Flächennutzungsplan als Grün- und Freifläche ausgewiesen, was aus meiner Sicht baurechtlich strittig ist. Nach unserem Vorschlag sollte ein Streifen von ca. 20 m Breite entlang der Oberseite im Flächennutzungsplan als Wohnbauland umgewidmet werden. ( 5 m Abstand zur Straße + 10 m Haustiefe + 5 m mögliche Terrasse.

Bedenken bestehen hinsichtlich:

–      Zerstörung der Streuobstwiesen

–      Beeinträchtigung des städtebaulichen Ensembles Dreiseithöfe

–      Eingriff in die Biotope

Nach mehrmaliger Ortsbegehung möchte ich zu den vorgenannten Bedenken folgendes ausführen:

Zu den Streuobstwiesen

Es sind 2 Streuobstwiesen erkennbar, bzw. Reste von Streuobstwiesen, ein östlich gelegener Streifen und ein westlicher Streifen unmittelbar an den Grundstücken zur  Wirtschaftshofstraße. Auf der östlichen Streuobstwiese müssten 2 Obstbäume gefällt werden, auf der westlichen Streuobstwiese 5 Obstbäume. Der Baumbestand ist sehr alt und weist schon jetzt viele Lücken auf. Ersatzpflanzungen sind auf den Restgrünflächen in großem Umfang möglich und vielleicht sinnvoll. Von einer Vernichtung von Streuobstwiesen kann nicht die Rede sein. Ich würde eher von einer Verjüngung sprechen. Vielleicht würden auch die Obstbäume mit den Familien, die sich hier ansiedeln, eine Renaissance erleben. Wohngärten haben in unserer Zeit auf Grund ihrer Vielfalt der Bepflanzung eine nicht unerhebliche ökologische Bedeutung.

Zu den Dreiseithöfen

Zwischen möglichen Wohnhäusern an der Oberseite und den Rückseiten der Scheunen bleibt ein Abstand von über 100 m. Eine optische und städtebauliche Beeinträchtigung dieser Architektur ist für mich nicht erkennbar. Aus meiner Sicht sind die Innenhöfe das Entscheidende der Architektur und nicht die Rückseiten.

Zu den Biotopen

Für einen Laien ein schwieriges Thema. Im Flächennutzungsplan sind 2 Biotopflächen ausgewiesen. Eine östliche und eine Fläche ca. in der Mitte. Die östliche Fläche sieht für einen Laien aus wie eine ganz normale Wiese mit Bäumen. Die westliche ist aus meiner Sicht ein völlig verwildertes Grundstück. Hier sind auch noch 2 Obstbäume erkennbar, die sicher über Jahrzehnte nicht mehr genutzt und gepflegt wurden. Ehemalige Bauschuttablagerungen sind mit Brombeergestrüpp überwuchert. Eine DDR-Datsche wurde dem völligen Verfall überlassen und ist vom Brombeergestrüpp eingeschlossen.

Bei den Biotopen erhebt sich die Frage, ob die Situation von 1998 noch der jetzigen entspricht und ob ein verwildertes Grundstück zwingend erhalten werden muss. Für mich ist dieses „Biotop-Grundstück“ mit einem völlig verfallenen Bungalow eher ein Schandfleck in der Landschaft.

Die Flächenbilanz ergibt, dass bei der von uns vorgeschlagenen Bebauung 91% der Grünflächen erhalten bleiben. Der Eingriff in den vorhandenen Obstbaumbestand ist unerheblich und kann auf den verbleibenden Obstbaumflächen problemlos ausgeglichen werden.

Wir haben die vorgeschlagenen Bebauung als Eingriff in diese Fläche nach den Gesichtspunkten des Landschaftsschutzes, des Denkmalschutzes, des Naturschutzes sowie des Baurechts abgewogen und kamen zu dem Ergebnis, das keine wesentlichen Dinge gegen eine Bebauung sprechen. Die Bebauung dieses Randstreifens entlang der Oberseite und eine Bepflanzung der Grundstücke mit einheimischen Gehölzen bringt eine Bereicherung des Gebietes für den Naturhaushalt sowie des Ortsbildes und wäre auch aus diese Sicht ein Gewinn für die Allgemeinheit.

Als Fazit stellt sich die Frage:

Wollen wir wirklich, dass wegen 7 Obstbäumen, die neu gepflanzt auch in 30 Jahren noch stehen, eine Bebauung verhindert wird, die Wohnhäuser in einer wunderbaren Umgebung mit großen Gärten für 10 bis 12 Familie schaffen würde?

Ein Paradies für Familien mit Kindern könnte hier mit wenig Aufwand entstehen. Ein Kindergarten ist direkt gegenüber, die Grundschule liegt in fußläufiger Entfernung!

Straße und technische Erschließung ist vorhanden und muss nicht erst, wie an anderen Stellen, aufwendig realisiert werden. Es lohnt sich, sich für diesen Vorschlag einzusetzen!

Ich hoffe auf eine breite Unterstützung!

Christian Buck

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